Der Stadthof mit seinem Saal ist für Rorschach und die Region eine wichtige Veranstaltungsinfrastruktur. Gleichzeitig zeigt sich, dass bei der Liegenschaft nach mehr als 40 Betriebsjahren erheblicher Investitionsbedarf besteht. Der Stadtrat hat sich mit der Situation befasst und entschieden, vor einem Grundsatzentscheid über die Zukunft des Stadthofs vertiefte Abklärungen vorzunehmen.
Kontrolle des Lebensmittelinspektorats als Auslöser
Auslöser für die aktuellen Abklärungen war unter anderem eine turnusgemässe Kontrolle der Stadthofküche durch das kantonale Lebensmittelinspektorat. Dieses stellte einen Investitionsbedarf fest, unter anderem bei Lüftung, Oberflächen, Böden und Geräten. Für einen längerfristigen Weiterbetrieb der Küche sind verhältnismässig teure Massnamen nötig.
Hinzu kommen, wie bei einer mehr als 40-jährigen Bausubstanz zu erwarten, weitere absehbare Investitionen, etwa in die Aussenhülle, die Heiz- und Kaltwasserverteilung, die Leitungen sowie den Personenschutz in der Tiefgarage, welche auch als öffentlicher Schutzraum dient. Längerfristig müsste für die umfassende Erneuerung des Gebäudes mit Kosten von mehreren Millionen Franken gerechnet werden.
Arbeitsgruppe klärt die Zukunft des Stadthofs
Für den Stadtrat ist klar, dass über die Zukunft des Stadthofs nicht vorschnell entschieden werden soll. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Stadtrat Reto Källi soll deshalb die Ausgangslage vertieft untersuchen. Dazu gehören der zwingende Investitionsbedarf, die Aufteilung der Kosten sowie mögliche künftige Nutzungs- und Betriebsmodelle. Die Stadthofliegenschaft ist seit der Errichtung 1985 im Stockwerkeigentum organisiert und umfasst auch das Kolumbanszentrum der kath. Kirchgemeinde Region Rorschach. Ende 2009 ging die Tiefgarage ins Alleineigentum der Stadt über. Zum Auftrag der Arbeitsgruppe gehört auch die Prüfung einer möglichen weiteren Entflechtung der Eigentumsverhältnisse.
Regionale Lösung denkbar?
Der Stadthof soll nicht nur aus Sicht der Stadt Rorschach betrachtet werden. In der Region wird das Thema von geeigneten Versammlungs- und Veranstaltungsorten immer wieder diskutiert. Der Stadtpräsident wird deshalb zu gegebener Zeit mit den Nachbargemeinden Gespräche darüber führen, ob ein gemeinsamer Betrieb des Stadthofs als regionaler Saal denkbar ist und wie eine solche Lösung aussehen könnte. In die weiteren Überlegungen sollen auch mögliche Zusammenarbeiten mit anderen Institutionen einfliessen.
Der Stadtrat wird über das Resultat der Abklärungen informieren.