Zusätzliche Kompetenzen dank regionaler Zusammenarbeit

Die Gemeinden sind in der Raumplanung stark gefordert. Insbesondere die Gesamtrevision der Ortsplanungen ist aufwändig und zeitintensiv. Ursprünglich hatten die Gemeinden dafür 10 Jahre Zeit, gerechnet ab Vollzugsbeginn des Planungs- und Baugesetzes am 1. Oktober 2017. Der Kantonsrat hat diese Frist in seiner diesjährigen Frühlingssession um zwei Jahre verlängert.

Rorschach und Goldach spannen zusammen

Die Räte von Rorschach und Goldach sehen vor, ihre Bauverwaltungen zu vereinigen und per 1. Januar 2027 im öffentlich-rechtlichen Unternehmen „Gemeinde- und Verwaltungsdienste Region Rorschach GVD-RR“ zu führen. Die diesjährigen Bürgerversammlungen der beiden Gemeinden haben der Gründung der GVD-RR zugestimmt.

In beiden Gemeinden ist die Gesamtrevision der Ortsplanung noch in Arbeit. Bei dieser Ausgangslage macht es Sinn, insbesondere die Baureglemente, aber auch die Zonenpläne, Strassen-, Fuss-, Wander- und Radwegpläne sowie die Festlegung der Gewässerräume bestmöglich aufeinander abzustimmen. Das erleichtert dem neuen Kompetenzzentrum „Bau- und Umweltdienste Region Rorschach“ die Arbeit und fördert damit die Effizienz.

In Rorschach laufen aber noch weitere städtebauliche Entwicklungen. Zu nennen ist insbesondere das Gebiet Rosenberg rund um die alte Spitalliegenschaft. Aktuell wird das städtebauliche Leitbild erarbeitet, das dereinst Grundlage für einen Sondernutzungsplan bilden soll. Hinzu kommen weitere Planungen, beispielsweise für LokWerk13, Neustadt Süd, Löwenstrasse Süd (Löwenhöfe) oder das Hafenareal. Im Übrigen werden die Arbeitsgebiets- und Quartierentwicklungen entlang der Kantonsstrasse zum See, zwischen St. Gallerstrasse und Thurgauerstrasse, am Kurplatz oder beim Seewasserwerk die Bau- und Umweltdienste Region Rorschach stark beanspruchen. Und auch auf Goldacher Gemeindegebiet stehen Planungen an.

Externe Kosten sparen und Kontinuität sichern

Sowohl die Stadt Rorschach als auch die Gemeinde Goldach müssen heute primär externe Raumplanungsbüros beschäftigen, um diese Planungsarbeiten bewältigen zu können. Mit dem regionalen Kompetenzzentrum erreichen sie nun eine Grösse, welche die Anstellung eines Raumplaners ermöglicht. Damit lassen sich nicht nur die externen Kosten einsparen. Die interne Lösung sichert zugleich die Kontinuität, weil die Planer nicht ständig wechseln. Auch das trägt zur Effizienzsteigerung bei.

Im Budget 2026 der Stadt Rorschach ist der Kredit für die vorzeitige Anstellung eines Raumplaners enthalten. Dieser kann sich bis 1. Januar 2027 mit drängenden raumplanerischen Aufgaben der Stadt beschäftigen und überdies mithelfen, die Abteilung Ortsplanung des neuen, regionalen Kompetenzzentrums aufzubauen.

Mit Renato Lenherr konnte eine Person gefunden werden, welche die vielfältigen Anforderungen bestens erfüllt. Er bringt Erfahrung sowohl aus der Privatwirtschaft als auch in der Stadtplanung mit. Zuletzt arbeitete er in der Abteilung Ortsplanung des kantonalen Amts für Raumentwicklung und Geoinformation. Als Einwohner der Gemeinde Goldach kennt er überdies beide Trägergemeinden der GVD-RR. Optimale Voraussetzungen also, um die Herausforderungen der Bau- und Umweltdienste Region Rorschach zu meistern.